Bestellte Erinnerung.
Die ehemalige Iskra-Gedenkstätte in Leipzig.
Ein Hörstück in drei Kapiteln.

In Leipzig-Probstheida steht ein unscheinbares Gebäude in der Russenstraße 44. Von 1956 bis 1991 befand sich hier die Iskra-Gedenkstätte – errichtet auf der Annahme, dass in dieser Druckerei um 1900 die erste Ausgabe der revolutionären Zeitung Iskra gedruckt worden sei. Belege dafür gab es damals nicht. Und gibt es bis heute nicht.
Die Iskra – russisch für „Der Funke“ – war eine 1900 gegründete sozialistische Exilzeitung unter Führung von Wladimir Iljitsch Uljanow, besser bekannt als Lenin. Sie sollte marxistische Ideen in Russland verbreiten und die sozialistischen Kräfte im Zarenreich bündeln. Die Zeitung gilt als zentrales publizistisches Organ der späteren Bolschewiki.
Das Hörstück Bestellte Erinnerung setzt sich kritisch mit der Geschichte dieses Ortes auseinander – und stellt dabei größere Fragen: Wie wird Erinnerung politisch gemacht? Wer bestimmt, was erinnert wird – und wessen Geschichte verschwindet dabei?
DIE KAPITEL
- Der Prolog erzählt, wie das Projekt entstand und besucht den Ort.
- Kapitel 1 rekonstruiert die Entstehung der Iskra-Gedenkstätte und die dünne Beweislage, auf der sie beruht.
- Kapitel 2 erzählt von der Familie Niegel, die für die Iskra-Gedenkstätte ihr Grundstück aufgeben musste.
- Kapitel 3 reist zurück in die Anfangsjahre der DDR, zieht die Linie von Lenins Ideen bis zur politischen Gewalt in der frühen DDR – und fragt, wie wir heute mit Orten wie diesem umgehen sollten
Die Kapitel werden ergänzt durch Quellenmaterial, Fotos, Filme und/oder weiterführenden Links.
Bestellte Erinnerung ist ein Projekt der Künstlerin Diana Wesser in Zusammenarbeit mit dem Autor David Schönherr, realisiert in Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig, gefördert durch das Kulturamt der Stadt Leipzig, mit freundlicher Unterstützung der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

MIT
Falk Elstermann – Geschäftsführer der Kulturstiftung Leipzig und einer der heutigen Eigentümer*innen des Gebäudes der ehemaligen Iskra-Gedenkstätte
Ursula Niegel – Schwiegertochter von Erich und Helene Niegel
Änne Herrmann – Enkelin von Erich und Helene Niegel
Marita Lausch – Enkelin von Erich und Helene Niegel
Dr. Johanna Sänger – Kuratorin für Stadt- und Landesgeschichte ab 1800 am Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig
Dieter Dombrowski – Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. (UOKG) , Vorsitzender des Menschenrechtszentrum Cottbus e. V.
Stefan Krikowski – Vorsitzender der Lagergemeinschaft Workuta/GULag Sowjetunion e.V., Mitglied in der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG)
IDEE: Diana Wesser & Falk Elstermann
KONZEPT, REGIE, SCHNITT, WEBSITE: Diana Wesser
TEXTE, ERZÄHLSTIMMEN, VERTONUNG: Diana Wesser & David Schönherr
WEITERE STIMMEN: Hermann Heisig, Mathilde Schönherr, Matthias Sterba und Juliane Wenzl
MUSIK (KI): David Schönherr
WISSENSCHAFTLICHE BEGLEITUNG: Dr. Johanna Sänger (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig)
RECHERCHE (Sächsisches Staatsarchiv und Bauaktenarchiv der Stadt Leipzig) & KONTAKT zur Familie Niegel: Falk Elstermann